Die Geschichte der Aquaristik  musste einen langen Weg zurücklegen, bis im Jahr 1979 das erste SEA LIFE am malerischen Strand des Sees Crerans im westschottischen Hochland eröffnet wurde.

Bis zum damaligen Zeitpunkt wurden meist ausschließlich tropische Fische gezeigt, die jeweils in kleinen rechteckigen Becken an den Wänden von düsteren, viereckigen Räumen untergebracht und wie lebende Bilder in einer Galerie Anzusehen waren.

Das SEA LIFE in Oban, heute umbenannt in „Scottish SEA LIFE Sanctury“, brach als erstes Aquarium mit dieser Form der Ausstellung.

Hier lässt sich eine Vielfalt von Formen und Größen der Becken bestaunen. Einige bestehen aus zwei oder mehr Glasfronten, andere reichen nur bis Taillenhöhe und erlauben so zum einen die Sicht auf die Unterwasserwelt und zum anderen die Aussicht über die sich sanft kräuselnden Wasseroberfläche.

Das Herzstück besteht aus einem massiven kreisförmigen Becken, das einem riesigen Donut aus Glas ähnelt. Den Besuchern bietet sich auf ihrem Rundgang durch das Glasgewölbe der Anblick eines schimmernden Schwarms silbriger Heringe, die sowohl von dem Inneren des Gewölbes, als auch von einer in der Mitte befindlichen Plattform aus beobachtet werden können. Ein hüfthohes Rochenbecken war eine weitere Innovation, wodurch eine neuartige Sichtweise auf die Rochen ermöglicht wurde, denn  hier können die Besucher zuschauen, wie die Rochen sich an die Oberfläche tasteten, um die Besucher zu beobachten, die wiederum sie beobachten!

Im Jahr 1979 gab es dort allerdings keine tropischen Fische zu sehen. Stattdessen wimmelte es in den Oban-Aquarien nur so von einheimischen Meeresbewohnern, die  aus den Regionen um Großbritannien herum stammten. Die Besucher konnten deren Artenreichtum und Vielfalt bestaunen.

Die rasch zunehmende Beliebtheit des Oban SEa LIFE erwies sich als Katalysator für ein rapides Wachstum der Aquarienindustrie, wobei mittlerweile in nahezu allen Küstenregionen SEA LIFE eröffnet worden sind, auch im Herzen Großbritanniens zweitgrößter Stadt.

Mit zunehmender Verbreitung der  SEA LIFE Zentren in Europa, konzentrierte sich die Geschäftsleitung mehr und mehr darauf, dem Publikum gleichsam ein Fenster in unsere einheimischen Meere zu öffnen, und lieferte atemberaubende Einblicke in die Unterwasserwelt,  die oftmals die kühnsten Vorstellungen der Besucher in den Schatten stellten..

"Es war bisher eine Welt, die nur erfahrene Taucher mit entsprechender technischer Ausrüstung zu Gesicht bekommen konnten", erklärte der leitende Meeresbiologe von SEA LIFE Rob Hicks, der bereits im Alter von sechs Jahren  die Wahl seines späteren Berufes traf, nachdem er im Fernsehen Jaques Cousteau gesehen hatte.

"Natürlich hatten die Fischer schon eine gewisse Vorstellung davon, welch breites Spektrum an Lebewesen unsere Ozeane beherbergen, doch sogar sie konnten nur mutmaßen, wie der Lebensraum unter ihrem wogenden Deck wohl tatsächlich aussehen könnte.“

In den SEA LIFE Zentren werden diese Lebensräume naturgetreu nachempfunden, von  tidenverwüsteten Steinbädern über Aalgrasbeete bis zu den sandigen Untiefen dunkler, felsiger Unterwasserhöhlen in eisiger Tiefe.

Im Hintergrund arbeiten technisch hochgerüstete Filteranlagen, um das Wasser kristallklar zu halten.  An einigen Zentren wird  das Wasser direkt aus dem Meer angepumpt und  vor dem Einlaufen in die Aquarien sorgfältig gefiltert.

Die Besucher waren fasziniert davon, dass Kreaturen wie der schlanke Pfeifenfisch, ein Verwandter des Seepferdchens, in Scharen die europäischen Meere bevölkern, und dass der farbenprächtige Lippenfisch sein Geschlecht ändern kann.

Sie konnten staunend feststellen, wie viele Varianten von Rochen unsere eigene Meereswelt bevölkern, vom scharfen Dornenrücken bis zu dem auffällig gemusterten Wellenrochen.

Die Tatsache, dass ein Seestern ein Bein abstoßen kann und ihm dann einen neues wächst, war für viele eine ganz erstaunliche Entdeckung.

Die Besucher nahmen mit anfänglich offenem Unglauben zur Kenntnis, dass ein Tintenfisch seine Farbe ändern und im Handumdrehen Stacheln wachsen lassen kann, und dass sein blaues Blut von nicht weniger als drei Herzen durch seinen Körper gepumpt wird.

Doch dem SEA LIFE Team reichte es schließlich nicht mehr, lediglich das Bewusstsein der Menschen für unsere arten- und variantereiche einheimischen Meereswelt zu sensibilisieren und zu erweitern.

So wurden die Aktivitäten allmählich auf die Bereiche von Erhaltung und Forschung ausgedehnt.

Das Oban Sealife Zentrum startete bereits im Jahre 1982 umfassende Rettungs-, Rückführungs-, und Auswilderungsprogramme für verwaiste, kränkliche und hilflose Seehunde. Mittlerweile stellt die Seehundrettung einen wichtigen Aufgabenbereich der beiden Zentren „SEA LIFE Scarborough“ und „SEA LIFE Sanctury“ sowie des SEA LIFE Zentrums in Blankenberge dar.

Im Jahre1991 half SEA LIFE dabei, die Auswilderung des Delfinpaares „Missie“ und „Silver“ zu organisieren,  das 30 Jahre in dem Delfinarium in Brighton verbracht hat.

Sie wurden auf die türkischen Caicos-Inseln geflogen, wo sie in nur sechs Monate  die eigenständigen Nahrungssuche und das Jagens wieder erlernten, um später in der Karibik ausgewildert zu werden.

In dem Becken, das einst „Missie“ und „Silver“ beherbergte, befindet sich nun ein Unterwassertunnel. Hier in dem heutigen Brighton SEA LIFE Zentrum können die Besucher „Jersey“, die Schildkröte, und „Lulu“, die grüne Schildkröte, beobachten sowie eine Schule von schwarz gepunkteten Riffhaien.

Das SEA LIFE hat wichtige Feldprojekte finanziert und Ausstellungen präsentiert, sowie Spendenaktionen und Pressekonferenzen organisiert, um den Schutz wildlebender Tiere zu unterstützen und das öffentliche Bewusstsein für Fragen des Schutzes und der Erhaltung unserer Meere zu schärfen.

Die SEA LIFE Umweltschutzorganisation S.O.S (save our seas = rettet unsere Meere) ist verantwortlich für eine Reihe bedeutender Petitionen, die an die EU herangetragen wurden, und die sich gegen den Druck von Vertretern des kommerziellen Fischfangs für Gesetze zum Schutz von Meeresschildkröten, Haien, Walen und Delphinen einsetzen.

S.O.S hat in letzter Zeit einen Spendenaufruf gestartet, um die Finanzierung eines dringend benötigten Schildkrötenschutzraumes auf der griechischen Insel Zakynthos zu unterstützen, und außerdem eine Petition zur Einführung neuer, für Schildkröten ungefährlicher Haken in der Long-Line-Fischereien verabschiedet.

Vor allem aber unterscheidet sich SEA LIFE von der übrigen Aquarienindustrie dadurch, dass sich SEA LIFE sehr in der Seepferdchenzucht engagiert.

Seepferdchen haben SEA LIFE in den letzten Jahren eine der größten Erfolgsgeschichten beschert.

Das in Weymouth ansässige Seepferdchenzuchtprogramm, das im Jahr 1995 begonnen hat, gilt als das Erfolgreichste in der Welt. SEA LIFEs Rat in den Bereichen Landwirtschaft und Diät wird von anderen Aquarienbetreibern in der ganzen Welt gesucht.

"Dadurch, dass wir anderen helfen, ihre eigenen Seepferdchen zu züchten und ihnen damit auch einen Bestand liefern, wirken wir so der Versuchung entgegen, dass sie ihren Bestand mit Wildfängen aufstocken, " sagte Rob Hicks.

"Unsere eigenen Seepferdchenausstellungen in Europa halten auch private Aquarienfreunde davon ab, zu versuchen, Seepferdchen als Haustiere zu halten, indem mit Nachdruck betont wird, dass es nahezu unmöglich ist, diesen Tieren zu Hause eine adäquate Pflege zukommen zu lassen."
                               
Zu den zehn erfolgreich in Weymouth gezüchteten Arten gehören auch einige der begehrtesten und seltensten Arten, unter anderem  das Hippocampus Barbouri, ein aus Indonesien stammende Seepferdchen mit gestreiftem Rüssel.

Auch andere Arten, wie das australische Breitgürtel-Seepferdchen, das schlanke Seepferdchen aus der Karibik und das gelbe Seepferdchen, das im Pazifik, im Roten Meer und im Indischen Ozean beheimatet ist, wurden hier ebenfalls mit Erfolg gezüchtet.

Das Programm ist derart erfolgreich gewesen, dass Weymouth im Jahre 2003 eine nationale Seepferdchenzucht- und Seepferdchenschutzeinrichtung eröffnete.

Das SEA LIFE Netzwerk veranstaltet zunehmend auch Ausstellungen über die Lebenswelten in tropischen Meeren, damit das öffentliche Bewusstsein für die globale Bedeutung der Erhaltung der Meere und die dementsprechende Unterstützung für dieses Ziel geschärft wird.

Bis zum Sommer 2008 wird es 20 SEA LIFE Aquarien und Rettungsstationen in 10 verschiedenen Ländern geben.

Die SEA LIFE Aquarien gehören zur Merlin Entertainments Gruppe. Von ihrem Hauptsitz in Poole / Südengland aus betreibt diese u. a. auch das London Dungeon sowie 4 weitere Dungeons in England, das Hamburg Dungeon,  4 LEGOLAND Parks und  2 kleinere LEGOLAND Discovery Centres , den Heide Park Soltau, 2 Gardaland Parks in Italien und die Madame Tussauds Kette.


Eröffnungsjahr:

Scottish SEA LIFE Sanctury 1979

SEA LIFE Weymouth 1983

SEA LIFE Great Yarmouth 1989

SEA LIFE Blackpool 1990

SEA LIFE Scarborough 1991

SEA LIFE Brighton 1991

SEA LIFE Scheveningen (Holland) 1993

SEA LIFE Blankenberge (Belgien) 1994

SEA LIFE Benalmadena (Spanien) 1995

Nationales SEA LIFE Birmingham 1996

SEA LIFE Timmendorfer-Strand (Deutschland) 1996

Nationales SEA LIFE BRAY (Ireland) 1998

SEA LIFE Konstanz  (Deutschland) 1999

SEA LIFE Val D ' Europa, Paris (Frankreich) 2001

SEA LIFE Helsinki (Finnland) 2002

SEA LIFE Speyer (Deutschland) 2003

SEA LIFE Berlin (Deutschland) 2003

SEA LIFE Oberhausen (Deutschland) 2004

SEA LIFE Konigswinter (Deutschland) 2005

SEA LIFE München (Deutschland) 2006

Loch Lomond Aquarium 2006

SEA LIFE Cuxhaven (Deutschland) 2008*

Chessington World of Adventures (UK)*

* dies sind 'mobile' SEA LIFE Zentren. 

   

Herausgeber: SEA LIFE